Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Wie geht es mit der eingereichten Tarifstruktur weiter?
Ein Entscheid des Bundesrats wird für diesen Herbst erwartet. In der kurzen Zeit bis dahin werden wir aufzeigen, dass die von Physioswiss und den Versicherern erarbeitete Tarifstruktur mangelhaft ist. Gleichzeitig bringen wir uns bereits für neue, zukunftsgerichtete Lösungen in Stellung. Damit wir bei den kommenden Verhandlungen das nötige Gewicht haben, brauchen wir eine starke Vertretung. Unterstütze uns dabei und werde jetzt Mitglied!
Kann man in beiden Verbänden Mitglied sein?
Ja, eine Mitgliedschaft in mehreren Physiotherapieverbänden gleichzeitig ist problemlos möglich.
Bietet PROphysio Unterstützung für die Abrechnung mit den Krankenversicherungen?
Ja, diese Unterstützung bieten wir. Wichtig zu wissen: Die Möglichkeit, über die gültigen Tarifverträge mit der OKP abzurechnen, ist rechtlich nicht von einer Verbandsmitgliedschaft abhängig.
PROphysio-Mitglieder haben vollen Zugang zu allen relevanten Tarifverträgen. Über die genauen Details und das konkrete Vorgehen informieren wir unsere Mitglieder spätestens Mitte November.
Kann ich auch ohne Mitgliedschaft in einem Verband Leistungen abrechnen?

Ja. Auch ohne Mitgliedschaft bei einem Berufsverband können Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten weiterhin Leistungen zulasten der Krankenversicherung abrechnen. 

Eine Mitgliedschaft bei einem Verband ist keine Voraussetzung für die Tarifanwendung. Das Gesetz erlaubt jedoch, dass Berufsverbände für den Beitritt zu Tarifverträgen Gebühren erheben. 

Wer heute nicht Mitglied in einem Verband ist, muss derzeit mit zusätzlichen Kosten sowie einer einmaligen Beitrittsgebühr rechnen. PROphysio setzt sich dafür ein, dass ein Vertragsbeitritt künftig ohne diese zusätzlichen Kosten möglich wird und arbeitet mit Hochdruck am eigenen Tarifzugang. 

Was fordert PROphysio bei der Tarifstruktur?
Eine Tarifstruktur, die Qualität, Wirksamkeit und eine gute Versorgung mit moderner Physiotherapie fördert. Wer in Weiterbildung, evidenzbasierte Behandlung, moderne Infrastruktur und Qualität investiert, soll in Zukunft auf Rahmenbedingungen zählen, die dieses Engagement ermöglichen. Entscheidend ist die Qualität der Behandlung und nicht der Zeittarif.
Die Tarifstruktur entscheidet darüber, welche Leistungen im Gesundheitswesen gefördert werde. Aus Sicht von PROphysio bildet der heutige Stand der Tarifstruktur die Realität moderner Physio-Praxen nicht ab.
Unser Ziel ist eine Tarifstruktur, die
  • Qualität berücksichtig
  • wirksame Behandlungen unterstützt
  • Versorgung sichert
  • wirtschaftlich tragfähige Praxen ermöglicht.
Wen vertritt der Verband PROphysio?

PROphysio vertritt die Interessen der modernen und evidenzbasierten Physiotherapie in der Schweiz – unabhängig von ihrer Praxisgrösse oder ihrem Tätigkeitsmodell.  

Ein besonderer Fokus liegt auf den Anliegen der zahlreichen kleinen und mittleren Praxen, die nach unserer Einschätzung in den bisherigen Tarifverhandlungen zu wenig berücksichtigt wurden.

Ist PROphysio ein Berufs- oder Branchenverband?

PROphysio ist der Branchenverband der Physiotherapie. Wir setzen uns für eine starke Branche und Rahmenbedingungen, damit eine eine qualitativ hochwertige und wirtschaftlich tragfähige Versorgung langfristig gesichert ist. Wir vertreten die Branche gegenüber Politik, Behörden und Krankenversicherungen. Als Branchenverband setzt sich PROphysio dafür ein, dass Physios ihre Arbeit auch künftig unter fairen und nachhaltigen Bedingungen leisten können. Wir vertreten die Interessen der Branche gegenüber Politik, Behörden und Krankenversicherungen und engagieren uns für eine hochwertige Versorgung in der ganzen Schweiz.

Warum ist das Physiozentrum im Vorstand von PROphysio so stark vertreten?

Physiozentrum hat die Gründung von PROphysio sowohl personell als auch finanziell unterstützt. Deshalb sind aktuell mehrere Personen aus diesem Umfeld in den Gremien vertreten, konkret besteht der Vorstand aus zwei Mitgliedern des Physiozentrum (Christoph Landolt und Alexandra Helbling), zusätzlich aus Philipp Peter, Cristina Staub, Alain Amacker, Markus Angst und Nina Zosso – also auch aus Personen mit kleinen oder mittleren Praxen.

Mit dem Wachstum des Verbands wird sich diese Zusammensetzung weiterentwickeln. Je mehr Mitglieder PROphysio gewinnt, desto breiter wird die Vertretung unterschiedlicher Praxisformen, Selbständigen und Regionen sein. 

Wie stehen Fachhochschulen zur Strategie von PROphysio?
Die Fachhochschulen haben die Entwicklung der Physiotherapie entscheidend vorangetrieben. Das evidenzbasierte clinical reasoning oder die aktive Therapie sind aus der modernen Physio-Ausbildung nicht wegzudenken.
Die neue Tarifstruktur setzt jedoch die völlig falschen Anreize – reiner Zeitaufwand statt Wirksamkeit – und führt zu massiven Einnahmeausfällen. Die Sotomo-Umfrage bestätigt diese Befürchtung: Die grosse Mehrheit der Befragten rechnet als Konsequenz mit tieferen Löhnen, gekürzten Weiterbildungsbudgets und reduzierten Investitionen. Das Berufsbild verliert dadurch weiter an Attraktivität.
Erste Gespräche mit Vertretern der Bildung haben gezeigt, dass wir genau dieselben Interessen verfolgen. Auch für die Fachhochschulen ist es von zentraler Bedeutung, dass eine moderne, evidenzbasierte Physiotherapie eine nachhaltige Zukunft in der Praxis hat – denn genau dafür bilden sie ihre Studierenden aus. Sie werden für PROphysio künftig ein zentraler und unverzichtbarer Partner sein.
Warum ist das Kollektivmodell eine wichtige Mitgliederkategorie?

Bis jetzt hatten tausende von angestellten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten keine Stimme. Mit der Kollektiv-Mitgliedschaft können ODPs, die PROphysio Mitglieder sind – Ihren Mitarbeitenden die Mitgliedschaft bei PROphysio schenken. So profitiert Ihr gesamtes Team von:

  • Informationen und Updates aus erster Hand
  • Mitsprache und Mitgestaltung einer starken berufspolitischen Vertretung
  • exklusiven Mitgliederangeboten und Dienstleistungen
Gibt es Zugang zum CIRS über Prophysio?

PROphysio prüft den Aufbau von verschiedenen Verbandsdienstleistungen. Aktuell gibt es über PROphysio noch keinen direkten Zugang zu einem eigenen CIRS (Critical Incident Reporting System). Da der Verband gerade erst gestartet ist, läuft die Qualitätssicherung im ersten Schritt über die für alle Mitglieder verbindliche Qualitäts- und Ethik-Charta.

Die Ausarbeitung konkreter Fehlermeldesysteme und Qualitätsvorgaben (auch im Hinblick auf die gesetzlichen Qualitätsverträge nach Art. 58a KVG) gehört zu den Kernaufgaben der neu geschaffenen Arbeitsgruppe Qualität und Innovation.

Wie ist PROphysio organisiert?

PROphysio befindet sich derzeit im Aufbau. Der Verband verfügt über einen Vorstand, ein Präsidium, eine Geschäftsführung sowie einen politischen Beirat. 

Aktuell bestehen Arbeitsgruppen zu den Themen Politik und Tarife. Weitere Arbeitsgruppen, beispielsweise zu Qualität und Innovation, sind geplant. 

Die politische Beratung und die interimistische Geschäftsführung werden derzeit durch Impact2Go unterstützt.

Deckt PROphysio auch die pädiatrische Physiotherapie ab?
Ja, PROphysio deckt selbstverständlich auch die pädiatrische Physiotherapie ab. Als Berufsverband vertreten wir alle Sparten und Praxisformen der Schweizer Physiotherapie. Wir kennen die besonderen Herausforderungen der Kinder-Physiotherapie aus eigener Praxiserfahrung sehr gut.
Unser klares Ziel ist es, eine Tarifstruktur zu erwirken, die den spezifischen Anforderungen und dem besonderen Aufwand in der Pädiatrie vollumfänglich Rechnung trägt. Die Erarbeitung und politische Positionierung solcher Lösungen gehört zu den Kernaufgaben unserer fachspezifischen Arbeitsgruppen.
Hat PROphysio Kontakt zu Physioswiss?

Wenn es thematisch Sinn macht, suchen wir auf jeden Fall die Zusammenarbeit mit Physioswiss.

Ob PROphysio künftig am Verhandlungstisch vertreten ist, entscheidet jedoch nicht Physioswiss. Nach unserem Verständnis besteht grundsätzlich Platz für mehrere repräsentative Verbände. 

Unser Ziel ist es, zur Weiterentwicklung der Tarifstruktur für eine moderne, evidenzbasierte und auf die WZW-Kriterien fokussierte Physiotherapie beizutragen und die Interessen jener Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten einzubringen, die sich eine andere Vertretung wünschen. 

Können die Mitglieder den Vorstand wählen?

Ja, Wahlen sind fest eingeplant. Das aktuelle Präsidium und der Vorstand sind derzeit ausdrücklich interimistisch (ad interim) im Amt.

Gemäss den Statuten auf unserer Website – insbesondere Artikel 18 zu den demokratischen Stimmrechten – bestimmen die Mitglieder die Führung des Verbandes selbst. Sobald die Mitgliederbasis aufgebaut ist, wird die ordentliche Mitgliederversammlung die regulären Wahlen durchführen. Die genauen Details zum Ablauf findest du direkt im Statuten-Dokument auf der Website.

Weshalb kann PROphysio an Tarifverhandlungen teilnehmen?

Die rechtliche Grundlage bildet Artikel 59 KVG. Dieser sieht vor, dass repräsentative Berufsverbände Tarifverhandlungen führen können. 

PROphysio möchte aufzeigen, dass ein bedeutender Teil der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten durch die bisherige Vertretung nicht ausreichend repräsentiert wird. Mit einer wachsenden Mitgliederbasis und entsprechenden Umfragen soll diese Repräsentativität belegt werden.

Wann kommen die Rechnungen?

Die PROphysio-Mitgliedschaft gilt immer für ein ganzes Jahr. Wenn du jetzt beitrittst, bist du für die Periode 2026/27 dabei.

Da wir aktuell intensiv mit dem Aufbau der Mitgliederverwaltung beschäftigt sind, verschicken wir die ersten Rechnungen voraussichtlich im Herbst.

Löst sich PROphysio auf, wenn der neue Tarif nicht verhindert werden kann?

Nein, auf keinen Fall: Auch wenn die neue Tarifstruktur am 1.1.2027 in Kraft treten sollte, geht unser Auftrag weiter: Es wird Nachverhandlungen und Monitorings für die ein starker Branchenverband besonders wichtig ist. Wir werden dann die Tarifentwicklung eng begleiten.

Warum wurde mit PROphysio ein neuer Verband gegründet?

Die Physiotherapie hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Die Akademisierung des Berufs, höhere Anforderungen an Evidenz und Qualität sowie der steigende Versorgungsbedarf haben den Beruf weiterentwickelt. Gleichzeitig stellen wir fest, dass die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hinter dieser Entwickung zurückgeblieben sind. Die Diskussion um die neue Tarifstruktur haben diese Diskrepanz sichtbar gemacht. Wir sind überzeugt, dass die moderne und evidenzbasierte Physiotherapie eine Branchenvetretung braucht, die sich für tragfähige Rahmenbedingungen und eine qualitativ hochwertige Versorgung einsetzt. Deshalb haben wir PROphysio gegründet.

Ist es für Änderungen an der Tarifstruktur nicht bereits zu spät?

Nein. Die eingereichte Tarifstruktur ist ein Vorschlag der Tarifpartner und befindet sich weiterhin im politischen Genehmigungsprozess. 

PROphysio ist überzeugt, dass weiterhin Einfluss auf die Ausgestaltung genommen werden kann und muss. Dabei orientieren wir uns insbesondere an den gesetzlichen WZW-Kriterien (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit), die auch für das BAG von zentraler Bedeutung sind. Auch wenn die neue Tarifstruktur am 1.1.2027 in Kraft treten sollte, sind für allfäälige Nachverhandlungen und für die weitere Begleitung / Monitoring ein starker Branchenverband besonders wichtig.  

Ist eine BVG-Lösung geplant?

Ja, wir werden ein umfassendes Versicherungspaket anbieten können. PROphysio-Mitglieder können dann von einer modernen Pensionskassenlösung, Berufshaftpflichtversicherung, Rechtsschutz und weiteren Versicherungslösungen profitieren. Wir informieren unsere Mitglieder, sobald es soweit ist.

Welche Ziele verfolgt PROphysio in Bezug auf die Tarifstruktur?

Ziel ist eine Tarifstruktur, die die Realität moderner Physiotherapiepraxen abbildet und die richtigen Anreize setzt. Aus Sicht von PROphysio genügt es nicht, ausschliesslich über höhere Taxpunktwerte zu diskutieren. Ebenso wichtig ist die Tarifstruktur selbst, denn sie entscheidet darüber, welche Leistungen gefördert werden und welche Anreize im Versorgungssystem entstehen. PROphysio will die Verantwortung als gesundheitspolitische Stimme wahrnehmen und sich in die politischen und tarifarischen Entscheidungsprozesse einbringen.

Können auch kleinere Praxen oder Praxisgemeinschaften Mitglied werden?

Ja. PROphysio bietet auch für kleinere Praxen und unterschiedliche Organisationsformen passende Mitgliedschaftsmodelle an.

Welche Rolle spielt die Therapiedauer für PROphysio?

PROphysio stellt die Effektivität der Physiotherapie ins Zentrum seiner Bemühungen – nicht die Therapiedauer. Dieses Verständnis von Physiotherapie verbindet die Mitglieder von PROphysio, unabhängig von der Praxisgrösse oder vom Praxismodell.

Sind zwei Verbände nicht eine Konkurrenz zueinander?

Wir sind mit dem Verhandlungsergebnis des Branchenverbandes bezüglich der neuen Tarifstruktur unzufrieden, das ist keine Frage. Wir wollen den neuen Verband aber nicht als Konkurrenz verstanden wissen. In einer Demokratie ist es legitim, dass unterschiedliche Akteure unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Entscheidend für uns ist, dass die moderne Physiotherapie an Einfluss gewinnt, um die Versorgung langfristig zu sichern. Wo gemeinsame Interessen bestehen, streben wir selbstverständlich den Dialog und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen an.

Wie stehen die beiden Petitionen im Zusammenhang mit PROphysio?

Die Petition «Physio140» entstand vor der Gründung von PROphysio und richtete sich gegen die Einführung der neuen Tarifstruktur. Rund ein Drittel der Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten hat sie unterzeichnet. Sie fordert mindestens 140 Franken Bruttoumsatz pro Stunde: faire-physio-tarife.ch

Die zweite Petition von Physioswiss verfolgt ein anderes Ziel: Sie fordert höhere Taxpunktwerte auf kantonaler Ebene.

Ist PROphysio bestrebt VVG-Leistungen anzubieten?
Ja, absolut. PROphysio sieht im Zusatzversicherungsmarkt (VVG) ein wichtiges, zukunftsweisendes Innovationsfeld. Ziel ist es, mit den Versicherern gezielt neue Angebote ausserhalb der Grundversicherung (OKP) entwickeln – zum Beispiel in den Bereichen Prävention, Gesundheitscoaching, spezifische Assessments und medizinisches Training. Damit schaffen wir attraktive, neue Therapiemodelle für Patientinnen und Patienten sowie wirtschaftliche Perspektiven für moderne Praxen.
Wie möchte PROphysio die Interessen der Physio-Branche künftig erfolgreich vertreten?

Die Physiotherapie muss stärker in gesundheitspolitische Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Die Physiotherapie spielt eine grosse Rolle bei den Herausforderungen im Gesundheitswesen. Damit sie diese Rolle ausfüllen kann, braucht sie die entsprechenden politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Oberste Priorität hat jetzt die neue Tarifstruktur und damit einhergehend eine angemessene Vergütung von minimal 140 Franken Bruttoumsatz pro Stunde. 

Wie werden mehrere Standorte abgerechnet, wenn diese als separate AGs oder GmbHs geführt werden?

Bei PROphysio zahlen Sie den ODP-Grundbeitrag für Ihre Praxisgruppe oder -kette nur ein einziges Mal.

Unabhängig davon, ob Ihre Standorte rechtlich als eigene Gesellschaften (AG/GmbH) oder als reine Niederlassungen organisiert sind, gilt Ihre Gruppe als eine Organisation:

  • 1. Standort (Hauptstandort): CHF 1’000.– / Jahr

  • Jeder weitere Standort (Filiale): CHF 300.– / Jahr

Voraussetzung ist die statutarische Anmeldung aller Betriebsstätten der Gruppe (All-In-Prinzip). So profitieren Sie als Betreiber von fairen Konditionen und vollem administrativen Nutzwert.

Hat PROphysio Pläne, wie eine «bessere» Tarifstruktur aussehen könnte?

Ja, wir arbeiten intensiv an einem klaren Zielmodell für eine moderne, wissenschaftlich fundierte und wirtschaftlich tragfähige Physiotherapie. Grundlage einer modernen Tarifstruktur müssen die gesetzlich geforderten WZW-Kriterien (Wirksamkeit, Zweckmässigkeit, Wirtschaftlichkeit) bilden. Eine zeitgemässe Tarifstruktur fördert Qualität und Wirkamkeit, nicht Mengenausweitung. Wer in Weiterbildung, evidenzbasierte Behandlung, moderne Infrastruktur und Qualität investiert, soll in Zukunft auf Rahmenbedingungen zählen, die dieses Engagement ermöglichen. Nur so kann die Physiotherapie in der Schweiz sich für Patientinnen und Patienten auch in Zukunft weiterentwicklen.

Zudem müssen neue Tarife kostenneutral sein, was bedeutet: Das Gesamtsystem gibt nicht mehr Geld aus als heute. Die 140 Franken pro Stunde entstehen durch Anpassungen in der Tarifstruktur und einem höheren Taxpunktwert.

Das Ziel ist eine Tarifstruktur, die Qualität, Wirksamkeit und eine gute Versorgung mit moderner Physiotherapie fördert. Sie muss:

  • Qualität berücksichtigen

  • wirksame Behandlungen unterstützen

  • Versorgung sichern

  • wirtschaftlich tragfähige Praxen ermöglichen

  • die WZW-Kriterien erfüllen

Informationen über konkrete Pläne und die nächsten Schritte zur Umsetzung folgen demnächst.

Wie möchte PROphysio die eingereichte Tarifstruktur verhindern?
Bevor der Bundesrat entscheidet, legt PROphysio dar, warum die Tarifstruktur nicht bewilligt werden darf. Die gesetzlich geforderte Repräsentativität der Daten ist nicht gegeben. Zudem schafft der reine Zeittarif falsche Anreize: Er belohnt nicht die effizienteste Therapie, sondern treibt die Behandlungszeit künstlich in die Länge, was zu höheren Fallkosten und Versorgungsengpässen führt.

Der Weg an den Verhandlungstisch führt über die gesetzlich geforderte Repräsentativität. Der Prozess: Gemäss Art. 59c der Krankenversicherungsverordnung (KVV) müssen Tarifverträge von Parteien abgeschlossen werden, die für die betroffenen Leistungserbringer repräsentativ sind. Unser unmittelbares Ziel ist es, die Genehmigung der aktuellen, mangelhaften Tarifstruktur zu stoppen und Mängel aufzuzeigen.

Gleichzeitig bringen wir uns aktiv in Stellung, um als neuer Verhandlungspartner aufzutreten. Je mehr Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten uns unterstützen und Mitglied werden, desto schneller erreichen wir die nötige Repräsentativität, um am Verhandlungstisch nicht mehr übergangen zu werden.

Wer das „OK“ für die neue Tarifstruktur erteilt: Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) prüft die eingereichten Tarifstrukturen inhaltlich sowie formal auf ihre Gesetzeskonformität. Die abschliessende Genehmigung der Tarifstruktur – und damit die offizielle Legitimation der Vertragsparteien – erteilt der Bundesrat.

Wir betreiben in einem Heim oder Ärztehaus einen Behandlungsraum – zählt das als Zusatzstandort?

Nein. Reine Aussenstellen (z. B. Behandlungsräume in Heimen oder Ärztehäusern) sind beitragsfrei (CHF 0.–), sofern dort maximal 1.0 FTE (Vollzeitäquivalent) arbeitet.

Der Zusatzstandort-Beitrag (CHF 300.– / Jahr) fällt erst an, wenn es sich um eine vollwertige, eigenständige Filiale handelt.

Warum verdienen wir mit der geplanten Tarifstruktur ab 2027 weniger?
Moderne Praxen sind besonders betroffen, weil sie in Qualität, Weiterbildung und Infrastruktur investieren. Gemäss der Sotomo-Umfrage rechnen insgesamt 55% der befragten Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit Einkommens- beziehungsweise Umsatzverlusten durch die neue Struktur. Fast ein Viertel (24%) erwartet sogar herbe Einnahmeausfälle von 20% oder mehr – entweder für sich selbst oder für die eigene Praxis.
Da die neue Struktur ein Zeittarif ist, der Behandlungen in Fünf-Minuten-Schritten abrechnet, sinkt der erzielbare Stundenumsatz für viele Praxen spürbar. Allerdings sind nicht alle Praxismodelle und Regionen gleich stark von den Einbussen betroffen.
Um genau auszurechnen, was die Umstellung für deine persönliche Situation bedeutet, empfehlen wir dir, die offiziellen Tarifrechner zu nutzen:
Was passiert, wenn die eingereichte Tarifstruktur vom Bundesrat abgelehnt wird?

Bei einer Nicht-Genehmigung bleibt die aktuelle Tarifstruktur wohl befristet in Kraft. Denkbar ist auch ein erneuter Tarifeingriff. PROphysio bringt sich deshalb direkt als neuer Verhandlungspartner ein. Ziel ist, eine moderne Tarifstruktur zu erarbeiten, die Qualität, Wirksamkeit und Behandlungserfolg belohnt, statt nur den Zeitaufwand. Die Versicherer sehen wir dabei als Partner, nicht als Gegner.

Ist eine Mitgliedschaft bei PROphysio und Physioswiss gleichzeitig möglich?
Eine Mitgliedschaft in mehreren Verbänden gleichzeitig ist problemlos möglich. PROphysio vertritt die Interessen von PhysiotherapeutInnen mit einem evidenzbasierten, wirkungsorientierten Verständnis von Physiotherapie, unabhängig vom Praxismodell, Praxisgrösse, Selbständigerwerbend oder angestellt.
PROphysio arbeitet derzeit intensiv daran, das gesamte Spektrum an Dienstleistungen aufzubauen, das unsere Mitglieder von einem modernen Verband erwarten. Dazu gehören unter anderem der direkte Zugang zu den Tarifverträgen, ein kompetenter Rechtsdienst, attraktive Versicherungspakete sowie eine eigene Stellenbörse.
Bezüglich des Zugangs zu den Tarifverträgen werden wir unsere Mitglieder spätestens Mitte November umfassend und detailliert informieren.
Wie wahrscheinlich ist eine Tariferhöhung auf 140 Franken?

Ein Stundenumsatz von 140 Franken ist das betriebswirtschaftliche Minimum für eine kostendeckende Praxis. Dieser setzt sich aus der nationalen Tarifstruktur (Anzahl Taxpunkte) und dem kantonalen Taxpunktwert zusammen.

Höhere Taxpunktwerte sind dringend nötig, lösen das Grundproblem aber nicht. Mit der neuen Tarifstruktur ist ein Grossteil der Praxen weiter von den 140 Franken entfernt denn je. Eine Erhöhung der Taxpunktwerte um 30% schätzen wir als unrealistisch ein.

Deshalb liegt die Lösung nicht alleine im Taxpunktwert, sondern zwingend bei der neuen Tarifstruktur, die wirkungsorientiert ist und Anreize für Qualität setzt. Hilf uns, dieses Ziel zu erreichen, und werde jetzt Mitglied bei PROphysio – dann ist ein Tarif von 140 Franken pro Stunde möglich.

Warum braucht es einen neuen Verband?

Die Verhandlungsergebnisse über die neue Tarifstruktur stellen für die Vertreterinnen und Vertreter einer modernen, wirkungsorientierten und evidenzbasierten Physiotherapie ein reales Risiko über die Versorgungssicherheit dar. Die Frage stellt sich, ob die bisherige Branchenvertretung länger in der Lage ist, die Interessen dieses Selbstverständnisses der Physiotherapie zu vertreten.

Warum ist jetzt der Zeitpunkt für die Gründung eines neuen Verbands?

Aktuell beschäftigt die Branche die neue Tarifstruktur. Diese wurde eingereicht, aber vom Bundesrat noch nicht entschieden. Einfluss gewinnt nur, wer als Branche organisiert ist.

Welche Ziele verfolgt der Verband?

PROphysio setzt sich für Rahmenbedingungen ein, die eine moderne, evidenzbasierte und wirtschaftlich tragfähige ambulante Physiotherapie langfristig sichern. Dazu engagiert sich der Verband insbesondere für eine zukunftsfähige Tarifstruktur, eine faire Finanzierung, hohe Qualitätsstandards sowie eine langfristig gesicherte Versorgung. Gleichzeitig vertritt PROphysio die Interessen der ambulanten Physiotherapie gegenüber Politik, Behörden und weiteren Akteuren des Gesundheitswesens.

Wer kann Mitglied werden?

Mitglied von PROphysio können und sollen alle Einzelpraxen, Praxisverbände, Grosspraxen und Kliniken werden, die für eine wirkungsorientierte und evidenzbasiert Physiotherapie stehe. Willkommen sind Einzelpraxen, Praxisverbände, Grosspraxen und Kliniken und ebenso deren angestellte Therapeutinnen und Therapeuten.

Wie hoch ist der Mitgliederbetrag?

PROphysio bietet verschiedene Mitgliedschaftsformen für Organisationen, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie Unterstützende an. So finden Einzelpersonen, Praxen und Institutionen die passende Mitgliedschaft für ihre Situation. Die aktuellen Mitgliederbeiträge und Leistungen finden Sie in der Übersicht.

Beeinträchtigt die Gründung von PROphysio die Bemühungen von Physioswiss?

PROphysio geht mit Physioswiss einig, dass es eine Erhöhung des Taxpunktwerts bedarf. PROphysio schätzt die von Physioswiss verhandelte Tarifstruktur als grosses Risiko für die Versorgung ein. Deshalb setzt sich PROphysio für eine Tarifstruktur ein, welche die Rahmenbedingungen einer modernen und wirkungsorientierten Physiotherapie abbildet.

Beeinträchtigt die Gründung von PROphysio laufende Petitionen?

Petitionen geben ein wertvolles Stimmungsbild wieder, sind aber kein verpflichtendes Mittel. Deshalb beeinträchtigt die Gründung von PROphysio keinerlei Petitionen. Der Verband wurde von Initianten und Initiantinnen der Kampagne Physio140 ins Leben gerufen.

Was sind die nächsten Schritte?

Oberste Priorität für PROphysio hat die neue Tarifstruktur. Diese wurde zur Genehmigung eingereicht, der Bundesrat hat aber noch keinen Entscheid gefällt. Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem die Branche ihre Stimme einbringen muss.
PROphysio setzt alles daran, als Verhandlungspartner gegenüber Entscheidungsträgerinnen und -trägern aufzutreten. Die Roadmap über die Aktivitäten finden Sie hier.

Wie kann der Tarif kostenneutral bleiben, wenn wir 140 Franken pro Stunde umsetzen?

Die Kostenneutralität bezieht sich auf das Gesamtsystem. Die 140 Franken pro Stunde sind ein Mix aus Anpassungen in der Tarifstrutkur und einem höheren Taxpunktwert. Nur so kann die Versorgung und die Qualität langfristig gesichert werden.

Werden Sie Teil davon.
Ihre Mitgliedschaft macht den Unterschied.
Mit jeder neuen Mitgliedschaft wächst die gemeinsame Stimme der ambulanten Physiotherapie in der Schweiz.
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Mit jeder neuen Mitgliedschaft wächst die gemeinsame Stimme der ambulanten Physiotherapie in der Schweiz.