Aufzeichnung Live Session vom 14.9.2026

Wir geben erste Einblicke in unser hybrides Tarifmodell der Physiotherapie und das renommierte Forschungsinstitut Polynomics stellt ein gesundheitsökonomisches Gutachten der neuen Tarifstruktur in der Physiotherapie vor.

Wirkung statt Minuten

 

Fragen und Antworten von der Live Session | 14.9.2026 


Stand 17. September 2026

 

PROphysio kurz erklärt

 

  1. Warum gibt es PROphysio? 

Viele Menschen in der Physiotherapie fühlten sich nicht mehr ausreichend vertreten. PROphysio gibt ihnen eine starke und glaubwürdige Stimme. Der Verband setzt sich langfristig für eine moderne, wirksame und wirtschaftlich tragfähige Physiotherapie ein.

  1. Was hat PROphysio in kurzer Zeit aufgebaut? 

Aus einer Bewegung ist in wenigen Wochen ein handlungsfähiger Verband entstanden. PROphysio hat Mitglieder gewonnen, politische Gespräche geführt und die Physiotherapie in den Medien sichtbar gemacht. Das zeigt: Der Verband kann etwas bewegen.

  1. Was macht PROphysio für seine Mitglieder? 

PROphysio vertritt die Mitglieder in Politik und Tariffragen. Der Verband vernetzt die Physiotherapie und baut Angebote für den Berufsalltag auf. Dazu gehören Rechtsberatung, Versicherungs- und Vorsorgelösungen, ein Stellenportal, Community-Angebote und der Tarifzugang.

  1. Was ist PROphysio Connect? 

PROphysio Connect bringt Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in den Regionen zusammen. Die Treffen finden nahe an den Praxen statt. PROphysio hört zu, beantwortet Fragen und nimmt Anliegen für die weitere Arbeit auf. 

  1. Warum braucht es PROphysio auch nach dem 1. Januar 2027? 

PROphysio wurde nicht nur wegen eines einzelnen Tarifs gegründet. Die Physiotherapie braucht dauerhaft eine starke politische, tarifliche und fachliche Vertretung. Das gilt unabhängig davon, wie der Bundesrat über die eingereichte Tarifstruktur entscheidet.

 

Mitgliedschaft und Tarifzugang 

 

  1. Wie lange gilt die Mitgliedschaft und wie hoch ist der Beitrag?

Die Mitgliedschaft gilt jeweils für ein Kalenderjahr. Für das Aufbaujahr 2026 wird die Hälfte des Jahresbeitrags als Solidaritätsbeitrag eingezogen. Wer den Aufbau zusätzlich unterstützen möchte, darf den Betrag freiwillig aufrunden. Die Mitgliedschaft für 2027 beginnt am 1. Januar 2027. 

  1. Wofür wird der Mitgliederbeitrag eingesetzt? 

Der Beitrag finanziert den Aufbau des Verbands sowie die politische, tarifliche, fachliche und juristische Arbeit. Er hilft auch beim Aufbau konkreter Dienstleistungen für die Mitglieder. Je stärker die Mitgliederbasis ist, desto mehr Gewicht hat PROphysio gegenüber Bund, Versicherern und weiteren Partnern. 

  1. Was erhalten Mitglieder heute konkret? 

Mitglieder erhalten eine starke Interessenvertretung, aktuelle Informationen und Zugang zur PROphysio-Community. Die Rechtsberatung ist bereits ein erstes konkretes Angebot. Weitere Leistungen werden Schritt für Schritt aufgebaut. 

  1. Ist der Tarifzugang über PROphysio garantiert? 

Ja. PROphysio garantiert seinen Mitgliedern den Tarifzugang. Damit löst der Verband eines seiner wichtigsten Versprechen ein. Über die konkreten administrativen Schritte werden die Mitglieder direkt informiert. 

  1. Kann man gleichzeitig bei PROphysio und einem anderen Verband Mitglied sein? 

Ja. Eine Doppelmitgliedschaft ist grundsätzlich möglich. Wer einen anderen Verband kündigen möchte, sollte dessen Fristen und die bisher bezogenen Leistungen prüfen. 

  1. Erfolgt die Abrechnung über Tiers garant oder Tiers payant? 

Der Tarifzugang ist garantiert. Die technischen Details des Abrechnungswegs werden noch fertig geregelt. Für die Mitglieder soll dadurch kein administrativer oder technischer Nachteil entstehen. 

  1. Warum lohnt sich eine Mitgliedschaft? 

Die Mitglieder sind die stärkste Grundlage von PROphysio. Je mehr Menschen und Praxen hinter dem Verband stehen, desto stärker ist seine Stimme. Gleichzeitig profitieren Mitglieder von wachsender Beratung, Vernetzung und neuen Dienstleistungen. 

 

Profil und politische Rolle 

 

  1. Was unterscheidet PROphysio von Physioswiss? 

PROphysio ist aus dem Praxisalltag heraus entstanden. Im Zentrum stehen Qualität, Wirkung, Evidenz und faire wirtschaftliche Bedingungen. Versicherer werden als wichtige Gesprächspartner gesehen. PROphysio kritisiert den eingereichten Tarif, bringt aber gleichzeitig eine eigene Alternative ein. 

  1. Braucht es zwei Verbände?

Wo gemeinsame Interessen bestehen, ist Zusammenarbeit sinnvoll. Gleichzeitig braucht es eine eigene Stimme, wenn wichtige Teile der Physiotherapie nicht ausreichend vertreten sind. PROphysio versteht sich deshalb als notwendige zusätzliche Vertretung und bleibt offen für den Dialog.

  1. Wie wird PROphysio politisch wahrgenommen? 

PROphysio wird von Politik und Behörden angehört. Die Argumente sind auf dem Tisch und der Verband führt Gespräche dort, wo Entscheide beeinflusst werden können. Politisch ist noch nichts entschieden. 

  1. Hat PROphysio einen Platz am Verhandlungstisch? 

PROphysio baut die nötige Repräsentativität auf, um als Tarifpartner verbindlich einbezogen zu werden. Eine grosse Mitgliederbasis ist dafür entscheidend. Gleichzeitig bringt der Verband seine Argumente bereits heute bei Politik, Behörden und Versicherern ein. 

  1. Warum lohnt es sich, im Tarifprozess dranzubleiben? 

Ein weit fortgeschrittener Prozess ist noch kein abgeschlossener Prozess. Wenn eine Tarifstruktur Mängel hat, muss sie verbessert werden. Deshalb bleibt PROphysio fachlich, politisch und öffentlich aktiv. 

 

Tarifmodell der Zukunft 

 

  1. Was ist das Tarifmodell der Zukunft? 

PROphysio schlägt einen Wechsel vor: Nicht möglichst viele abrechenbare Minuten sollen zählen, sondern eine wirksame, zweckmässige und wirtschaftliche Behandlung. Das Modell verbindet verschiedene Vergütungsformen mit klaren Qualitätsanforderungen und einer Messung der Behandlungsergebnisse. 

  1. Welche drei Vergütungsformen sieht das Modell vor? 

Erstens eine Fallpauschale für häufige und gut planbare Krankheitsbilder. Zweitens eine Leistungspauschale für klar definierte physiotherapeutische Leistungen. Drittens eine Zeitvergütung dort, wo die Behandlungszeit den medizinisch wichtigen Aufwand wirklich abbildet. 

  1. Warum schlägt PROphysio kein reines Zeitmodell vor? 

Zeit ist nicht in jeder Behandlung der wichtigste Massstab. Ein reines Zeitmodell kann längere Behandlungen belohnen, auch wenn sie nicht immer nötig sind. PROphysio will Qualität, Wirkung und eine gute Versorgung fördern. 

  1. Was bedeutet das Modell für den Praxisalltag?

Ein Tarif muss in der Praxis funktionieren. Entscheidend sind die Folgen für Patientinnen, Patienten und Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten. Darum werden Abläufe, Dokumentation, Qualität und wirtschaftliche Auswirkungen gemeinsam betrachtet. 

  1. Wer entscheidet, welches Tarifmodell angewendet wird? 

Nicht eine einzelne Person oder Organisation soll frei entscheiden. Klare Kriterien sollen bestimmen, welches Modell passt. Dazu gehören die Indikation,die Komplexität, das Behandlungsziel, der erwartete Verlauf und zusätzlicher Aufwand. 

  1. Müssen Tarifstruktur und Taxpunktwert getrennt betrachtet werden? 

Ja. Die Tarifstruktur bestimmt, wie Leistungen bewertet werden. Der Taxpunktwert bestimmt den Preis. Für eine faire Vergütung braucht es deshalb beides: eine gute Struktur und angemessene Taxpunktwerte. 

  1. Kann das Modell kostenneutral sein?

Ja. Das Modell ist so geplant, dass die Gesamtkosten gleich hoch sein können wie bei der eingereichten Struktur. Die Vergütungslogik wäre aber anders. Weniger unnötige Leistungen können Spielraum schaffen, um notwendige und qualitativ gute Physiotherapie besser zu vergüten. 

 

Gutachten und politischer Stand 

 

  1. Was zeigt das Polynomics-Gutachten?

Das unabhängige Gutachten zeigt Fehlanreize des eingereichten Zeittarifs. Zusätzliche Behandlungszeit wird stärker vergütet als im heutigen System. Dadurch können längere Behandlungen und weniger behandelte Patientinnen und Patienten attraktiver werden. 

  1. Was bedeutet das für die Versorgung?

Wenn weniger Patientinnen und Patienten behandelt werden, sinkt die Versorgungskapazität. Das kann zu längeren Wartezeiten führen. PROphysio fordert deshalb einen Tarif, der Qualität und Wirkung stärkt, ohne den Zugang zur Behandlung zu verschlechtern. 

  1. Ist der Tarifentscheid bereits gefallen? 

Nein. Der Bundesrat soll über die eingereichte Tarifstruktur entscheiden. PROphysio zeigt vorher die Mängel auf und bringt das eigene Modell als Alternative in die Diskussion ein. 

  1. Kann PROphysio bis 2027 eine eigene Tarifstruktur durchsetzen? 

Das kann PROphysio nicht allein bestimmen. Der Entscheid und der weitere Prozess liegen bei den zuständigen Behörden und Tarifpartnern. PROphysio arbeitet aber daran, die eingereichte Struktur zu verbessern oder eine tragfähige Alternative zu ermöglichen. 

  1. Was sind die nächsten Schritte? 

PROphysio übergibt die gesammelten Unterschriften dem Bund, informiert die Kantone und nutzt das Gutachten in Gesprächen mit BAG und Parlament. Gleichzeitig stellt der Verband sein Tarifmodell den Versicherern und weiteren Partnern vor. 

 

Praxis und Fachbereiche 

 

  1. Wie wird die Domizilbehandlung berücksichtigt? 

Domizilbehandlungen sind sehr unterschiedlich. Deshalb braucht es mehr als eine einzige Pauschale. Weg und Behandlung sollen getrennt und fair vergütet werden. Die genaue Lösung wird mit Fachpersonen weiterentwickelt. 

  1. Wie werden komplexe Fälle berücksichtigt? 

Pauschalen eignen sich nur für gut planbare Fälle. Bei zusätzlichen Erkrankungen, Einschränkungen oder einem unerwarteten Verlauf muss ein Wechsel in eine passende Vergütungsform möglich sein. Dafür braucht es klare Kriterien und eine gute Dokumentation. 

  1. Wie werden Pädiatrie, Psychiatrie, Neurologie und Geriatrie berücksichtigt? 

Diese Fachbereiche gehören ausdrücklich zu PROphysio. Wo viel Zeit, Edukation, die Arbeit mit Angehörigen oder eine komplexe Begleitung nötig sind, soll eine Zeitvergütung möglich sein. Die Details werden mit Fachpersonen erarbeitet. 

  1. Wie werden Spezialisierung, Weiterbildungund teure Infrastruktur berücksichtigt? 

Hohe Qualität und Spezialisierung dürfen sich nicht zum Nachteil entwickeln. PROphysio prüft Zuschläge, Leistungselemente oder passende Pauschalen. Das betrifft zum Beispiel vestibuläre Therapie, Beckenbodenphysiotherapie und andere spezialisierte Angebote. 

  1. Wie werden chronische Erkrankungen eingeordnet? 

Chronische Erkrankungen unterscheiden sich stark. Dauer, Häufigkeit und Verlauf sind nicht bei allen Menschen gleich. Deshalb braucht es je nach Situation eine passende Vergütungsform statt einer starren Einheitslösung. 

  1. Führt das neue Modell zu mehr Administration? 

Das soll nicht passieren. PROphysio setzt sich für klare Kriterien, einfache digitale Abläufe und schnelle Entscheide ein. Routineadministration soll im Modell bereits berücksichtigt sein. 

  1. Wie steht PROphysiozu Evidenz und Qualität? 

PROphysio orientiert sich an Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Wissenschaftliche Erkenntnisse, klinische Erfahrung und die Situation der Patientinnen und Patienten gehören zusammen. Ziele und Behandlungsergebnisse sollen nachvollziehbar dokumentiert werden.